Callout-Grafiken: Grafiken in der Technischen Dokumentation beschriften

Callouts in der Technischen Dokumentation

In Kürze

Callout-Grafiken verbinden Bilder mit erklärendem Text über Positionsnummern, Pfeile oder Hervorhebungen. Sie lösen ein zentrales Problem der Technischen Dokumentation: Grafiken müssen oft in viele Sprachen übersetzt werden, ohne dass jedes Mal das Bild selbst bearbeitet werden muss. Redaktionssysteme wie COSIMA bieten dafür integrierte Callout-Editoren, die Text und Grafik getrennt verwalten und bei der Publikation automatisch wieder zusammenführen.

Was sind Callout-Grafiken?

Technische Dokumentation lebt von Bildern. Montageanleitungen, Bedienungsanleitungen und Servicehandbücher müssen zeigen, welches Bauteil gemeint ist, wo es sitzt und wie damit umgegangen wird – Text allein reicht dafür selten aus. Damit ein Bild und die dazugehörige Erklärung eindeutig zusammenpassen, braucht es einen Bezug zwischen Abbildung und Beschreibung. Genau diesen Bezug stellen Callout-Grafiken her.

Eine Callout-Grafik ist ein Bild, das mit Positionslinien, Positionsnummern, Pfeilen oder Hervorhebungen versehen wurde, um einzelne Bildbereiche eindeutig zu kennzeichnen. Die dazugehörigen Erklärungen stehen entweder als nummerierte Bildlegende neben der Grafik oder direkt als Text im Bild.

In der Praxis übernehmen Callouts damit eine ähnliche Funktion wie Verweise im Fließtext: Sie schaffen eine eindeutige, wiederauffindbare Verbindung zwischen einer Aussage und dem Bildbereich, auf den sie sich bezieht.

Warum Callout-Grafiken – und nicht einfach Text ins Bild schreiben?

Der naheliegendste Weg, ein Bild zu beschriften, ist es, den Text direkt hineinzuschreiben. Für einsprachige Dokumentation mag das reichen. Sobald aber mehrere Sprachversionen entstehen müssen, wird dieser Ansatz schnell zum Kostentreiber.

Wird Text fest in eine Grafik eingebettet, muss für jede Sprache eine eigene Bildversion erstellt werden. Das bedeutet: erneute Bildbearbeitung, neue Freigabeschleifen und zusätzlicher Koordinationsaufwand zwischen Redaktion, Grafik und Übersetzungsdienstleister – bei jeder Änderung, in jeder Sprache.

Callout-Grafiken lösen dieses Problem, indem sie Bild und Text trennen: Die Grafik selbst bleibt sprachneutral, nur die zugehörigen Textelemente werden übersetzt. Eine einzige Grafik lässt sich damit in beliebig vielen Sprachversionen verwenden, ohne dass an der Bilddatei etwas verändert werden muss. Das reduziert nicht nur den Übersetzungsaufwand, sondern auch die Fehlerquellen, die entstehen, wenn Grafiken manuell für jede Sprache neu bearbeitet werden.

Sprachunabhängige vs. sprachabhängige Callouts

Bei der Arbeit mit Callout-Grafiken gibt es grundsätzlich zwei Konzepte, die sich in ihren Vorteilen unterscheiden:

Sprachunabhängige Callouts arbeiten mit Positionsnummern direkt im Bild. Die eigentliche Erklärung steht getrennt davon in einer Bildlegende. Da die Nummerierung selbst nicht übersetzt werden muss, lässt sich ein und dieselbe Grafik ohne jede Änderung in allen Sprachversionen verwenden. Das senkt die Übersetzungskosten spürbar, weil nur der Legendentext, nicht aber die Grafik selbst durch den Übersetzungsprozess läuft.

Sprachabhängige Callouts liefern den erklärenden Text direkt im Bild mit. Das erhöht die Lesbarkeit, weil Leser nicht zwischen Positionsnummer und separater Legende hin- und herspringen müssen. Der Preis dafür: Für jede Sprache entsteht eine eigene Bildversion, was den Pflegeaufwand bei Änderungen erhöht.

Welches Konzept sich besser eignet, hängt vom jeweiligen Dokument ab. Kurze Anleitungen mit wenigen Bildern profitieren oft von der besseren Lesbarkeit sprachabhängiger Callouts. Umfangreiche, mehrsprachige Dokumentationen mit vielen Grafiken und häufigen Änderungen fahren in der Regel besser mit sprachunabhängigen Callouts, weil sich der Pflegeaufwand hier am stärksten auswirkt.

Callout-Grafiken im Redaktionssystem erstellen

Manuell lassen sich Callout-Grafiken mit klassischen Bildbearbeitungsprogrammen erstellen – mit dem Nachteil, dass Positionsnummern, Legenden und Übersetzungen dann getrennt von den übrigen Redaktionsinhalten gepflegt werden müssen. Wo eine Positionsnummer im Bild sitzt, welcher Text dazugehört und ob beides noch aktuell ist, muss die Redaktion in diesem Fall selbst im Blick behalten.

Redaktionssysteme lösen das, indem sie Callout-Bearbeitung direkt im Content integrieren. In COSIMA übernimmt das der Callout-Editor IGEL: Positionsnummern, Pfeile und Hervorhebungen lassen sich direkt am Bild platzieren, der passende Bildausschnitt interaktiv festlegen und Details bei Bedarf über eine Lupenfunktion vergrößern.

Der praktische Vorteil liegt in der automatischen Verknüpfung: Der Bezug zwischen Bildlegende, Textverweisen im Fließtext und den Callouts selbst wird bei der Publikation automatisch hergestellt. Ändert sich die Position eines Bauteils oder eine Formulierung im Text, muss das nicht händisch synchronisiert werden. Auch bestehende Grafiken ohne Callout-Informationen lassen sich nachträglich in ein IGEL-Bild umwandeln, sodass ältere Bildbestände nicht neu erstellt werden müssen.

Da Callout-Grafiken auf diese Weise wie andere Redaktionsinhalte behandelt werden, profitieren sie auch von den übrigen Stärken eines XML-Redaktionssystems: Modularisierung und Wiederverwendung, zentrale Versionierung und ein durchgängiges Übersetzungsmanagement.

Callout-Grafiken effizient im Redaktionssystem umsetzen

Um Callout-Grafiken dauerhaft konsistent und mehrsprachig zu pflegen, setzen viele Redaktionen auf ein integriertes Redaktionssystem statt auf isolierte Bildbearbeitung. Eine zentrale Verwaltung von Positionsnummern, Legenden und Übersetzungen spart Zeit und vermeidet Fehler.

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Häufige Fragen zu Callout-Grafiken

 

  • Ein Callout ist eine Positionslinie oder Positionsnummer, die einen bestimmten Bereich einer Grafik markiert und mit einer erklärenden Bildlegende oder einem Textverweis verknüpft.

  • Indem Bild und Text getrennt verwaltet werden, muss bei sprachunabhängigen Callouts nur der Legendentext übersetzt werden. Die Grafik selbst bleibt für alle Sprachversionen unverändert nutzbar, wodurch keine erneute Bildbearbeitung pro Sprache nötig ist.

  • Sprachabhängige Callouts eignen sich für kurze Dokumente mit wenigen Bildern, bei denen Lesbarkeit im Vordergrund steht. Sprachunabhängige Callouts sind bei umfangreicher, mehrsprachiger Dokumentation mit häufigen Änderungen meist die effizientere Wahl.

  • Ein integrierter Callout-Editor wie IGEL in COSIMA erlaubt es, Positionsnummern, Pfeile und Hervorhebungen direkt im Redaktionssystem zu platzieren. Der Bezug zwischen Grafik, Legende und Text wird bei der Publikation automatisch hergestellt, statt manuell gepflegt werden zu müssen. Wie sich das konkret bedienen lässt, zeigt das Online-Training Callout-Editor IGEL.

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DOCUFY GmbH · Zuletzt aktualisiert am 17. Juli 2026